Der Osterhase: woher die Tradition kommt
Der Osterhase ist keine Erfindung der Süßwarenindustrie: Die erste schriftliche Spur führt direkt nach Deutschland, und sie ist über dreihundert Jahre alt.
Wer die Geschichte kennt, kann sie beim Eiersuchen erzählen — und aus einem Vormittag mit Schokolade wird ein Ritual mit Inhalt.
Die erste Spur führt nach Deutschland
1682 beschrieb der Mediziner Georg Franck von Franckenau in einer Abhandlung den elsässischen Brauch des „Osterhasen“ — und beklagte sich zugleich über die Bauchschmerzen, die Kinder vom viel zu vielen Eieressen bekämen. Es ist die älteste bekannte schriftliche Erwähnung, und sie ist deutschsprachig.
Warum ein Hase? Er ist im Frühjahr das sichtbarste Tier auf den Feldern, hat viele Junge und stand lange für Fruchtbarkeit und neues Leben. Botanisch gesehen ist der Osterhase übrigens meist ein Feldhase, kein Kaninchen — beide werden im Deutschen gern verwechselt.
Mit der Auswanderung im 18. Jahrhundert kam der Brauch als „Oschter Haws“ nach Pennsylvania, und von dort ging der Osterhase um die Welt. Was heute wie ein internationaler Import wirkt, ist ein deutscher Export.
Personalisierter VideoanrufEin echtes Ostergespräch
Stellen Sie sich vor, der Osterhase gibt live Hinweise
Ein persönlicher Videoanruf macht die Eiersuche zu einem Gespräch mit demjenigen, der die Eier versteckt hat.
- Nennt den Namen
- Gibt Hinweise zu Verstecken
- Antwortet in Echtzeit
Vor dem Anruf personalisieren
Warum Eier?
Eier stehen seit der Antike für neues Leben. Praktischer ist die zweite Erklärung: In der Fastenzeit vor Ostern waren Eier verboten, die Hühner legten aber weiter. Zu Ostern lag deshalb ein Überschuss im Haus, der verbraucht werden musste.
Gekocht hielten die Eier länger, und gefärbt ließen sich die älteren von den frischen unterscheiden. Aus dieser Vorratshaltung wurde das Ritual — die Farbe hatte zuerst einen Zweck und dann eine Bedeutung.
Bräuche im deutschsprachigen Raum
Um den Osterhasen herum haben sich regional eigene Bräuche gehalten, die weit über das Verstecken hinausgehen:
- Das Osternest, das die Kinder vorher selbst bauen und in den Garten stellen
- Der Ostereierbaum oder Osterstrauch: Zweige in der Vase, behängt mit ausgeblasenen Eiern
- Das Osterfeuer am Karsamstag, das den Winter verabschiedet
- Das Eierpecken, bei dem zwei Eier gegeneinander gestoßen werden — wer das heile behält, gewinnt
- Der Osterspaziergang am Ostermontag, oft mit dem Rest der Eier im Rucksack
Ideen für die Eiersuche
Die Suche funktioniert am besten, wenn sie zum Alter passt. Bei den Kleinsten ist „verstecken“ eher ein Vorschlag als eine Herausforderung.
- Bei Kindern unter vier: gut sichtbar auslegen. Der Spaß ist das Finden, nicht das Suchen.
- Jedem Kind eine eigene Farbe zuteilen, damit die Schnelleren nicht alles abräumen
- Die Eier vorher gemeinsam zählen und die Zahl aufschreiben — sonst liegen im August noch welche im Beet
- Das letzte Ei an einen wirklich schwierigen Ort, als Abschluss für die Größeren
- Ein Hinweiszettel „vom Osterhasen“ mit einem Reim statt einer Karte
Wenn Sie dem Osterhasen vorher schreiben, wo die Verstecke sind, kann er sie im Anruf als Hinweise verwenden — dann kommt der Tipp von ihm und nicht von den Eltern.
Wie Sie die Geschichte erzählen
Kinder fragen früher oder später, ob der Osterhase echt ist. Die Herkunftsgeschichte ist dann eine gute Antwort, weil sie wahr ist: Es gibt den Brauch wirklich, er ist über dreihundert Jahre alt, und Generationen von Kindern haben genau dasselbe gemacht.
Das funktioniert besser als ein Ausweichen, und es funktioniert auch dann noch, wenn das Kind die Antwort schon kennt. Aus dem Geheimnis wird eine Familientradition, die man weitergibt statt sie zu verlieren.
Häufige Fragen
Woher kommt der Osterhase?
Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1682: Georg Franck von Franckenau beschrieb den elsässischen Brauch des „Osterhasen“. Über die Auswanderung im 18. Jahrhundert kam er als „Oschter Haws“ nach Amerika.
Warum bringt ein Hase die Eier?
Der Hase ist im Frühjahr das sichtbarste Tier auf den Feldern und stand lange für Fruchtbarkeit und neues Leben. Meist ist es botanisch ein Feldhase, kein Kaninchen.
Warum gerade Eier?
Eier stehen für neues Leben — und in der Fastenzeit waren sie verboten, während die Hühner weiterlegten. Zu Ostern lag deshalb ein Überschuss im Haus, der gekocht und gefärbt haltbar gemacht wurde.
Ab welchem Alter lohnt sich die Eiersuche?
Ab etwa zwei Jahren, wenn die Eier gut sichtbar ausliegen. Richtiges Verstecken wird erst ab vier oder fünf Jahren interessant.
Der Osterhase ruft persönlich an
Er kennt den Namen Ihres Kindes und gibt Hinweise auf die Verstecke.
Der erste Willkommensanruf ist bei der Anmeldung kostenlos.
Verwandte Ratgeber
Brief an den Weihnachtsmann: Vorlage zum Ausfüllen
Vorlage für den Wunschzettel, die Weihnachtspostfilialen der Deutschen Post, und wann Sie schreiben müssen, damit die Antwort rechtzeitig ankommt.
Wann fallen Milchzähne aus?
Wann der erste Milchzahn wackelt, in welcher Reihenfolge die Zähne ausfallen, was Sie tun, wenn einer gezogen werden muss, und wann ein Zahnarztbesuch sinnvoll ist.